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Antibiotika und andere Mittel

Es gibt eine Vielzahl von weiteren Therapeutika, die bei festsitzendem Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung zum Einsatz kommen. Vor einer unkritischen Anwendung warnen Ärzte aber. Teilweise ist die Wirksamkeit der Mittel fraglich, mitunter ist mit problematischen Nebenwirkungen zu rechnen.

  • Salzlösungen und Dampf-Inhalationen: Salzlösungen gibt es in Form von fertig zubereiteten Nasensprays, zur Nasenspülung oder als Hausmittel zur Dampf-Inhalation. Wissenschaftliche Studien zu den Vor- und Nachteilen dieser Methoden zur Schleimhautabschwellung und Sekretlösung gibt es nicht. Gleiches gilt auch für die Infrarotbestrahlung.
  • Abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen: Sie können kurzfristig eine schnelle Hilfe sein. Diese Medikamente wirken allerdings nicht entzündungshemmend. Aber noch wichtiger: Es kann, vor allem bei häufigem Gebrauch, sogar zu einem gegenteiligen Effekt kommen, die Nasenschleimhaut wird dann noch mehr geschädigt. Meiden Sie deshalb unbedingt einen längerfristigen Dauereinsatz dieser Medikamente.
  • Kortisonhaltige Nasensprays: Sie können Sinusitis-Beschwerden lindern. Allerdings brauchen sie dafür oft Tage und sind Studien zufolge nur bei einem geringen Prozentsatz der Patienten wirklich hilfreich.

Antibiotika sind nur in besonderen Fällen erforderlich

Auch Antibiotika kommen mitunter als Behandlungsmaßnahme in Betracht, aber das ist eher selten der Fall. Zu Krankheitsbeginn sind meist Viren für die Beschwerden verantwortlich. Später kommen zwar oft Bakterien hinzu und verursachen eine sogenannte Superinfektion (medizinischer Ausdruck für: zusätzlich zum viralen Infekt).

Aber nur bei einem ausgeprägten bakteriellen Infekt sind Antibiotika notwendig – die Experten sind sich darüber einig, dass Antibiotika insgesamt immer noch zu häufig bei einer Sinusitis verordnet werden.

Manchmal kann der Einsatz von Antibiotika allerdings tatsächlich notwendig werden. Hinweise darauf sind beispielsweise:

  • starke Beschwerden
  • Fieber über 38,3 °C
  • Zunahme der Beschwerden im Krankheitsverlauf
  • drohende Komplikationen wie z.B. Entzündungen im Augen- oder Hirnbereich
  • das Bestehen einer chronisch-entzündlichen Lungenerkrankung (Asthma bronchiale, COPD), einer Immunschwäche, einem schweren Grundleiden oder von besonderen Risikofaktoren wie Diabetes mellitus.