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Nasennebenhöhlenentzündung

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Bei der Nasennebenhöhlenentzündung oder einfach Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut in einer oder in mehreren Nasennebenhöhlen. Auslöser dafür können ganz verschiedene Ursachen sein, am häufigsten sind es Infektionserreger, allen voran Viren. In den meisten Fällen ist gleichzeitig auch die Schleimhaut in der Nase entzündet (Rhinitis). Deshalb wird medizinisch bevorzugt von der Rhinosinusitis gesprochen.

Schnupfen (infektiöse Rhinitis) und Sinusitis gehören nach heutiger Ansicht also fest zusammen. In der akuten Form ist damit auch die "Erkältung" gemeint, die jeden Erwachsenen schätzungsweise zwei- bis fünfmal pro Jahr erwischt und Schulkinder sogar doppelt so häufig. 

Übrigens sind die Nasennebenhöhlen nach der Geburt noch gar nicht voll ausgebildet. Es dauert bis zum Schulalter, bis alle oben genannten Abschnitte vorhanden sind. Deswegen bekommen kleine Kinder auch nur sehr selten eine Sinusitis.

Wie entsteht eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann einseitig oder beidseitig auftreten und jeweils eine oder mehrere Nebenhöhlen betreffen. Entsprechend können Sie die entzündeten Nasennebenhöhlen anhand Ihrer Beschwerden lokalisieren.

Der Klassiker und häufigste Fall der Nebenhöhlenentzündung ist eine akute Sinusitis der Kieferhöhlen, ausgelöst durch Schnupfenviren, die sich zuerst in der Nase breitgemacht haben. Übertragen werden diese Erkältungsviren meist durch Schmierinfektionen oder beim Husten und Niesen durch kleinste Tröpfchen.

Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung

Eine verstopfte Nase und drückende Kopfschmerzen sind typische Anzeichen für eine Nasennebenhöhlenentzündung. Der virale Infekt der Nase, also der einfache Schnupfen, ist auf die Nasennebenhöhlen übergegangen, und weil diese im Kiefer- und Stirnbereich liegen, schmerzen vor allem der Gesichtsbereich und die Stirn. Besonders beim Vorbeugen des Kopfes wird dieser unangenehme Schmerz verstärkt verspürt.

Die Symptome sind hierbei typischerweise:

  • stark behinderte Nasenatmung teilweise mit Geruchs- und/ oder Geschmacksverlust
  • verstärkte Sekretproduktion: zunächst wässriges, später überwiegend zähes, teilweise eitriges Sekret
  • Druckkopfschmerzen und Gesichtsschmerzen (im Stirn- oder Augenbereich, je nachdem welche Nebenhöhle betroffen ist)
  • starkes Druckgefühl beim Bücken bzw. beim tiefen Vorbeugen des Kopfes

Es können sich auch Allgemeinsymptome wie Fieber und weitere Erkältungszeichen wie Niesreiz, Husten, Heiserkeit, Hals-, Zahn- und Ohrenschmerzen einstellen.  

Die Symptome, die wir da spüren, sind eigentlich Abwehrreaktionen unseres Körpers: Die Schleimhäute in der Nase werden stärker durchblutet, schwellen an und bilden vermehrt zähes Sekret, um die Krankheitserreger wieder loszuwerden. Jetzt ergibt sich aber ein weiteres Problem: Durch die starke Schwellung der Nase kann das zähe Sekret nicht richtig aus ihr abfließen. Dadurch wird nicht nur die Nasenatmung behindert, sondern auch die Belüftung der Nasennebenhöhlen. 

Risikofaktoren und weitere Ursachen 

Die Sinusitis-Erreger können übrigens auch beim Baden über die Nase in die Nebenhöhlen gelangen. Gelegentlich wandern die Übeltäter auch aus dem Zahnbereich im Oberkiefer ein, etwa bei einer Wurzelspitzeneiterung oder wenn nach dem Ziehen eines Zahns eine Verbindung (Fistel) zwischen Mundraum und Kieferhöhle entstanden ist.

Zu den anatomischen Besonderheiten, die eine Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen können, zählen u.a.:

  • ein geschwächtes Immunsystem;
  • verlegte Nebenhöhleneingänge;
  • eine verbogene Nasenscheidewand;
  • vergrößerte Nasenmuscheln;
  • verengte Nebenhöhleneingänge.

Außer Erregern wie Viren, Bakterien und Pilzen können auch Allergien, Nasenpolypen, eine Schmerzmittelunverträglichkeit und weitere seltene Auslöser zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führen. Das ist aber die Ausnahme.

Wichtig ist aber der Hinweis, dass sogar Medikamente zur Behandlung der verstopften Nase selbst zum Problem werden können: Abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen führen bei Dauergebrauch nicht selten zu einer reaktiven Verdickung der Schleimhäute und verschärfen dann die Situation, statt sie zu entspannen.

Akute oder chronische Sinusitis?

Wenn die Nase ständig verstopft ist, liegt das meistens an einer chronischen Entzündung der Nasenschleimhaut. Sie kann aus einer nicht ausgeheilten akuten Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) hervorgehen. In diesem Fall setzt sich der Entzündungsprozess in den Nasennebenhöhlen fest und bildet ein Reservoir für neuerliche Schnupfenattacken (Rhinitis).

Aber was bedeutet nun eigentlich „chronisch“?

Experten sprechen erst dann von einem "chronischen" Schnupfen, wenn er häufiger als viermal pro Jahr auftritt oder länger als 12 Wochen anhält, ohne dass die Symptome zwischendurch abklingen. Genau gesagt, sprechen sie von einer chronischen Rhinosinusitis, also einer fortdauernden Entzündung der Schleimhäute in der Nase und in den befallenen Nasennebenhöhlen. Darunter leiden schätzungsweise etwa 5% der Bevölkerung.

Die Symptomatik ist sowohl für die chronische als auch die akute Rhinosinusitis recht ähnlich: behinderte Nasenatmung, verstärkte Schleimbildung, drückende Gesichts- und Kopfschmerzen mit Zunahme beim Nachvornebeugen, Riechstörungen. Meistens sind die Anzeichen bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung schwächer ausgeprägt und nicht so eindeutig zu erkennen. Leider nicht auch nicht mit einem schnellen Heilungsverlauf zu rechnen.

Die Therapie hängt von den auslösenden Faktoren ab, die es zu ermitteln gilt. Pflanzliche Produkte wie Sinupret® können aber - wie auch bei akuter Nasennebenhöhlenentzündung - oft eine wertvolle Hilfe sein.

Möglicherweise kommen Sie aber um eine Operation nicht herum, um den Beschwerden dauerhaft ein Ende zu machen. Ein eher kleiner Eingriff ist die Nebenhöhlenpunktion zum Absaugen der Sekretmassen. Bei größeren chirurgischen Eingriffen werden erkrankte Schleimhautareale abgetragen und gleichzeitig anatomische Engstellen beseitigt. Der Zugang erfolgt in der Regel mit einem Endoskop über die Nasenlöcher und in Allgemeinnarkose.